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Der "Rall": mehr als Fischfang - eine Kunst

oliva00010.jpg (6796 bytes)In einem unvergleichlichen Szenarium, wie es das Mittelmeer darstellt, kämpfen Mensch und Fisch miteinander darum, wer der Stärkere ist. In einem uralten, von den Vorfahren überlieferten Ritual versucht der Mensch, mit Hilfe eines runden Netzes ("rall") die Fische, die die Küste bevölkern, zu besiegen und zu fangen. Wir sprechen von einer besonderen Art des Fischfangs: dem "rall". Er ist sowohl eine Leidenschaft als auch ein Sport, der an den Stränden Olivas praktiziert wird. Aber man kennt ihn auch in vielen anderen Ländern der Erde. Diese Fischfang-Kunst könnte die Probleme, die sich im Zeitalter der Überproduktion ergeben, überwinden. Eben den professionellen Fischfang, der mit seinen Schiffen - seien es französische, japanische oder spanische - ganze Fischbänke und damit die natürlichen Reserven unserer Gewässer auslöscht. Ein anderes großes Problem ist das der Umweltverschmutzung. Der Preis, den wir für das Fehlen adäquater, die Umwelt respektierende Infrastrukturen bezahlen, ist sehr hoch. So gelangen z.B. durch das Fehlen von Kläranlagen Millionen giftiger Substanzen ins Meer, die die Meeresfauna abtöten. Trotz allem sind unsere natürlichen Reserven glücklicherweise noch nicht völlig zerstört und der "rall" kann weiter praktiziert werden. Im Sommer bevölkern die "rallers" unsere Strände, und werfen, sich schweigend zum Rhythmus der Wellen bewegend, ihre "ralls" aus. Ein "raller" sollte vor allem eine gut ausgebildete intuitive Fähigkeit besitzen. Er muß sich, ständig bis zu den Knien im Wasser, hin und her bewegen auf der Suche nach Fischen.

Der "rall" ist die ökologischste und die Umwelt im höchsten Maße respektierendste Art des Fischfangs. Denn der "raller" braucht nur sein "rall" und seine Intuition, um Fische zu fangen. Und er folgt damit einer jahrhundertealten Tradition.

olivaDie auf diese Weise gefangenen Fischarten sind verschieden: z.B. der Seebarsch oder die Meeräsche und ihre großköpfigen Varianten wie der Ochsenfisch. Normalerweise fängt man nicht sehr viele Fische, bedingt durch das nur rudimentäre Vorhandensein dieser Arten. Die beste Jahreszeit, um diesen Sport auszuüben, sind die Monate vor und nach dem Sommer. Obwohl die meisten Leute vor allem im Sommer wegen der längeren Helligkeit und des besseren Wetters ihrer Leidenschaft, dem "rall", nachgehen. Ebenso hängt der "rall" auch von bestimmten atmosphärischen Bedingungen ab.

Der "rall" ist auf jeden Fall eine Tradition, die es zu erhalten gilt: sie verbindet den Menschen eng mit seiner maritimen Umgebung, indem er ihn sich zum Rhythmus des Wassers bewegen und agieren läßt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Oliva zu Zeiten dieser Kunst des Fischfangs zu besuchen, sollten Sie nicht versäumen, dieses herrliche Schauspiel, bei dem sich Tradition, Natur und Kunstfertigkeit miteinander verbinden, zu genießen.

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