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Der
"Rall": mehr als Fischfang - eine Kunst
In einem unvergleichlichen Szenarium, wie es das
Mittelmeer darstellt, kämpfen Mensch und Fisch miteinander darum, wer der Stärkere ist.
In einem uralten, von den Vorfahren überlieferten Ritual versucht der Mensch, mit Hilfe
eines runden Netzes ("rall") die Fische, die die Küste bevölkern, zu besiegen
und zu fangen. Wir sprechen von einer besonderen Art des Fischfangs: dem "rall".
Er ist sowohl eine Leidenschaft als auch ein Sport, der an den Stränden Olivas
praktiziert wird. Aber man kennt ihn auch in vielen anderen Ländern der Erde. Diese
Fischfang-Kunst könnte die Probleme, die sich im Zeitalter der Überproduktion ergeben,
überwinden. Eben den professionellen Fischfang, der mit seinen Schiffen - seien es
französische, japanische oder spanische - ganze Fischbänke und damit die natürlichen
Reserven unserer Gewässer auslöscht. Ein anderes großes Problem ist das der
Umweltverschmutzung. Der Preis, den wir für das Fehlen adäquater, die Umwelt
respektierende Infrastrukturen bezahlen, ist sehr hoch. So gelangen z.B. durch das Fehlen
von Kläranlagen Millionen giftiger Substanzen ins Meer, die die Meeresfauna abtöten.
Trotz allem sind unsere natürlichen Reserven glücklicherweise noch nicht völlig
zerstört und der "rall" kann weiter praktiziert werden. Im Sommer bevölkern
die "rallers" unsere Strände, und werfen, sich schweigend zum Rhythmus der
Wellen bewegend, ihre "ralls" aus. Ein "raller" sollte vor allem eine
gut ausgebildete intuitive Fähigkeit besitzen. Er muß sich, ständig bis zu den Knien im
Wasser, hin und her bewegen auf der Suche nach Fischen.
Der "rall" ist die ökologischste und
die Umwelt im höchsten Maße respektierendste Art des Fischfangs. Denn der
"raller" braucht nur sein "rall" und seine Intuition, um Fische zu
fangen. Und er folgt damit einer jahrhundertealten Tradition.
Die auf diese Weise gefangenen Fischarten sind verschieden: z.B. der
Seebarsch oder die Meeräsche und ihre großköpfigen Varianten wie der Ochsenfisch.
Normalerweise fängt man nicht sehr viele Fische, bedingt durch das nur rudimentäre
Vorhandensein dieser Arten. Die beste Jahreszeit, um diesen Sport auszuüben, sind die
Monate vor und nach dem Sommer. Obwohl die meisten Leute vor allem im Sommer wegen der
längeren Helligkeit und des besseren Wetters ihrer Leidenschaft, dem "rall",
nachgehen. Ebenso hängt der "rall" auch von bestimmten atmosphärischen
Bedingungen ab.
Der "rall" ist auf jeden Fall eine
Tradition, die es zu erhalten gilt: sie verbindet den Menschen eng mit seiner maritimen
Umgebung, indem er ihn sich zum Rhythmus des Wassers bewegen und agieren läßt. Wenn Sie
die Möglichkeit haben, Oliva zu Zeiten dieser Kunst des Fischfangs zu besuchen, sollten
Sie nicht versäumen, dieses herrliche Schauspiel, bei dem sich Tradition, Natur und
Kunstfertigkeit miteinander verbinden, zu genießen. |